Littlebit Technology arbeitet mit plugilo an einer Datenplattform für ITK-Produkte, um fehlerhafte und veraltete Produktdaten durch Automatisierung und Herstellervalidierung zu eliminieren. Littlebit Technology is collaborating with plugilo, a start-up, on a central data platform for ICT products. This platform will eliminate incorrect and outdated product data through automation and manufacturer validation.
Produktdaten gleichen einer Oberfläche, die auf den ersten Blick glatt wirkt – beim genaueren Hinsehen zeigen sich jedoch Unebenheiten. Diese Metapher nutzt Jochen Bless, COO beim DACH-Distributor Littlebit, um das zentrale Problem der IT-Distribution zu beschreiben.
Der in Hünenberg und Alzenau ansässige Distributor vertreibt ITK-Produkte und IT-Komponenten an Kunden wie Mediamarkt, Amazon sowie mittelständische Technologie-Handelsunternehmen und Integratoren. In einem Geschäftsfeld mit geringen Margen können fehlerhafte Produktdaten kostspielige Folgen haben.
Automatisierung scheitert an Datenqualität
Littlebit automatisiert zahlreiche Prozesse auf Basis von Produktdaten. Die Abmessungen einer Produktverpackung bestimmen beispielsweise die Versandart. Stimmen Herstellerangaben nicht oder fehlen Informationen, ist manuelle Nacharbeit erforderlich – ein Zeit- und Kostenfaktor.
"Es ist schwer nachvollziehbar, dass wir heute noch immer über die Qualität der Produktdaten sprechen müssen“, konstatiert Michael Urban, der im Sommer 2024 bei plugilo einstieg. Der ehemalige Top-Manager in der Distribution identifiziert zwei Hauptursachen: die unterschiedliche Einstellung der Hersteller zum Thema sowie den Umstand, dass Produktdaten statisch in Shop- und ERP-Systemen liegen und veralten.
Zentrale Datenbank mit KI-Unterstützung
plugilo-Gründer Michael Mohr entwickelte mit seinem Unternehmen Content Factory 1 bereits seit Jahren Lösungen zur Aufbereitung von Produktdaten für Retailer und Handelsketten. Mit plugilo verfolgt er nun einen anderen Ansatz: Die Plattform sammelt, vereinheitlicht und normalisiert Produktdaten KI-gestützt und speichert sie zentral.
Die Daten stammen aus verschiedenen Quellen – von Distributoren wie Littlebit, aber auch direkt von Herstellern. Das System verarbeitet unterschiedliche Formate: CSV, API, Screen Scraping und PDF-Dateien.
Hersteller behalten Datenhoheit
Ein wesentliches Element des Konzepts: Die Hersteller prüfen die in der Datenbank erfassten Datensätze, können diese modifizieren und aktualisieren. Anschließend zertifizieren sie die Datenquelle als zuverlässig.
"Schließlich sind die Hersteller die Besitzer der Produktdaten und müssen die Hoheit über ihre Daten behalten“, erläutert Mohr. Von den angeschriebenen Herstellerpartnern sagte mehr als die Hälfte die Zusammenarbeit zu.
Dynamische Datenkarten statt statischer Einträge
Um Produktdaten kontinuierlich aktuell zu halten, entwickelte plugilo sogenannte Karten – Container, die Daten transportieren. Ändern sich Informationen in der Masterdatenbank, aktualisieren sich die Karten in Echtzeit.
Kunden des Littlebit-Onlineshops können über einen plugilo-Stecker neben dem Artikel die Datenkarte laden und nutzen. Produktdatenänderungen oder neue Abbildungen werden automatisch übernommen.
Littlebit kann seinen Kunden künftig Hersteller-zertifizierte Daten für ERP-Systeme und Onlineshops bereitstellen. „Je mehr Distributoren, Händler und Hersteller mitmachen, desto nützlicher wird die Datenbank“, sagt Urban. Der Wettbewerbsvorteil liege bei denjenigen, die über qualitativ hochwertige Daten verfügen