Die Lösung von plugilo will mit digitalen Karten, Live-Daten und KI-gestützten Bots den Handel vereinfachen. Michael Mohr und Michael Urban erklären, wie sie Datenqualität verbessern und eine neue Ära der Leadgenerierung einläuten wollen.
Michael Urban und Michael Mohr gehen eines der hartnäckigsten Probleme des IT-Channels an: die mangelhafte Qualität von Produktdaten. Beide sind überzeugt, dass 2026 das Durchbruchsjahr für plugilo wird.
Michael Mohr und Michael Urban kennen den IT-Handel und dessen Probleme etwa bei der Datenqualität von Produkten. Und dafür gibt es plugilo. Denn plugilo stellt Live-Datenkarten über Produkte bereit, von denen auch der Channel profitiert. Über eine entsprechende Mobilapp oder Web-Applikation können Nutzer diese Karten ‚mitnehmen‘, an einem gesammelten Ort ablegen und immer wieder bei Bedarf hervorholen. Das Besondere: Bei den Karten handelt es sich nicht um Datenkopien, es sind Originale.
Von Channel-Only zu einem universellen Standard:
Ursprünglich war plugilo als reine B2B- und Channel-Lösung konzipiert. „Die Anfangsidee von Michael Mohr war es, plugilo nur B2B und Channel-only aufzusetzen. Dabei bietet die Lösung so viel mehr Möglichkeiten“, erklärt Urban die damalige Situation. Gemeinsam erarbeiteten Mohr und Urban eine neue Strategie, die weit über den IT-Channel hinausgeht.
„Wir unterstützen alle Wege, um ein Produkt zu vermarkten und die richtigen Informationen zu verbreiten“, betont Urban. Jedes Vertriebsmodell, ob vom Hersteller im Direktverkauf zum Kunden oder über den Channel, wird unterstützt. plugilo adressiert dabei nicht nur den IT-Markt.
KI-Bot als Verkaufsunterstützung
Neben den Karten gibt es auch den plugilo Advisory Bot. Dieser KI-gestützte Chatbot wird direkt in Online-Shops integriert und ermöglicht es Nutzern, Anforderungen einzugeben und passende Produkte suchen zu lassen. Dabei liefert der Bot ausschließlich Ergebnisse als Karte und vom jeweiligen Partner, über den gesucht wird.
„Damit muss nicht jeder Verkäufer eines Distributors jedes einzelne Detail eines Produkts kennen, sondern das übernimmt der Bot“, erläutert Urban den Mehrwert. Mohr ergänzt: „Der Bot dient als Verkaufshilfe für Händler.“ Wichtig dabei: Es geht nicht um Preisvergleich, sondern um Leistungsvergleich.
Das Konzept: plugilo-Karten als Live-Datenbroschüren
Im Kern geht es bei plugilo um die Aggregation und Vereinfachung von Produktdaten. „Wir machen aus komplexen Daten möglichst einfache Daten“, erklärt Mohr das Grundprinzip.
Herzstück sind die sogenannten plugilo-Karten, interaktive Datensätze, die alle relevanten Informationen zu einem Produkt enthalten.
Was diese Karten auszeichnet:
- Live-Daten statt Kopien: Die Karten enthalten keine statischen Kopien, sondern Echtzeit-Daten vom Eigentümer/Hersteller. Für jedes Produkt gibt es genau eine Karte.
- Eigentümer-geprüft: Die Karteneigentümer prüfen diese auf Richtigkeit und Aktualität.
- Universell integrierbar: Die Karten sind nicht nur für einen, sondern zahlreiche Online-Shops, Newsletter, Publisher-Portale und mehr integrierbar.
„Man kann sich das wie eine digitale Broschüre vorstellen, die immer live und aktuell ist“, veranschaulicht Mohr. „Wenn ich solch eine Broschüre aus einem Portal mitnehme, habe ich die echten Daten vom Eigentümer gesammelt auf einem “Merkblatt“.
Mobile First und Web-Applikation:
Möglich ist das zwar über eine Web-Version, plugilo verfolgt jedoch einen Mobile-First-Ansatz mit einer entsprechenden App. Ein Steckersymbol (auf Webseiten oft mit „Merken“ oder „Karte zum Mitnehmen“ beschriftet) ermöglicht es Nutzern, Datensätze in ihre persönliche plugilo-Ablage zu übernehmen – vergleichbar mit einem Merkzettel oder Warenkorb, nur systemübergreifend.
Dabei lässt sich zwischen Private- und Business-Stacks wählen, um bedarfsgerecht abzulegen. Reseller können beispielsweise Karten über die Shops der Distributoren in ihrem Business-Stack ablegen, um sie später mit ihren Kunden zu besprechen.
Ein kleiner Fakt zum Steckersymbol: Der Unternehmensname plugilo lässt sich vom englischen „plug“ ableiten, also elektrischer Stecker. Im geschäftlichen Sinne kann es auch „Verbindung“ bedeuten. Und genau das möchte plugilo erreichen: ein Netzwerk über Daten aufbauen.
Das löst Probleme zum Beispiel in der Distribution aber auch für Reseller:
Datenqualität: die zentrale Herausforderung im E-Commerce
Dieser Ansatz adressiert eine Reihe von Herausforderungen für Distributoren und Wiederverkäufer gleichermaßen:
- Hat ein Distributor keine eigene App, schafft die plugilo-App eine Alternative.
- Partner bzw. Nutzer mehrerer Plattformen behalten den Überblick mit den plugilo-Karten als Standard. Alle gemerkten Produkte sind an einer Stelle gesammelt verfügbar.
- Zahlreiche Apps verschiedener Shops sind nicht nötig, die plugilo-App allein reicht aus.
- Und insbesondere: Die Datenqualität nimmt zu.
Und letzteres ist das größte Problem. Urban bringt es auf den Punkt: „Daten sind derzeit noch unsauber, unterschiedlich je Shop oder unvollständig.“ Das gesamte Internet sei voller Datenkopien mit teils mangelhafter Qualität. plugilo will genau hier ansetzen:
„Wir schlagen mit den Originaldaten immer die anderen Daten. Das hat zur Folge, dass sich die Datenqualität verbessert.“
Nicht nur Produktdaten, sondern ein Netzwerk
Das System ist dabei offen gestaltet und verfügt über Konnektoren zu allen gängigen Shop-Systemen. „Unser System ist offen zu allen Systemen draußen im Markt, vergleichbar mit PayPal zur Standardisierung der Zahlungen“, zieht Urban den Vergleich.
So schafft das System auch ein Datennetzwerk, da die originalen Datenkarten die verschiedenen Shops verbinden. Die Plattform und Karten sollen es ermöglichen, nahtlos von allen Systemen Informationen zusammenzutragen.
So kam es zu plugilo
Treffen zwei Business-Experten aufeinander
Urban war in den Neunzigern Geschäftsführer von Actebis, später in leitenden Funktionen bei Tech Data und TD Synnex in den USA. Seit den Neunzigern widmet sich Mohr mit seinem Unternehmen DCI und dem Tochterunternehmen Content Factory One dem Thema Produktdaten und der indirekten Vermarktung von IT-Produkten.
Im Sommer 2024 – Urban war gerade bei TD Synnex ausgeschieden – trafen die beiden wieder zusammen. Mohr stellte seine neueste Entwicklung vor: plugilo. Und binnen 20 Minuten war Urban vom Potenzial überzeugt. Allerdings mit einer Erkenntnis: Die Positionierung musste überdacht werden.
Leadgenerierung durch Tracking
Ein weiterer Aspekt für den Channel: Das Leadtracking. Das System merkt sich nicht nur die Karte, sondern auch, woher der erste Klick kam.
„Kunden kommen zum Erstinitiator der Karte zurück“, erklärt Urban. Er nennt es die „Lead-Generierung der Zukunft“, da so auch Hersteller nachvollziehen können, welche Partner tatsächlich zum Geschäftsabschluss beigetragen haben, auch wenn der finale Verkauf woanders stattfand.
Wir machen aus komplexen Daten möglichst einfache Daten.
Michael Mohr, CEO bei DCI
Investment und strategische Partnerschaft:
2026 soll das Jahr des Durchbruchs werden. „Dieses Jahr ist das Jahr von plugilo, es ist das Jahr, in dem durchstarten, in der Masse aber trotzdem in einer hohen Qualität“, gibt sich Urban zuversichtlich.
Denn das Unternehmen hat einen neuen Investor, die MAP Group aus UK, mit einer Investitionssumme von 10 Millionen US-Dollar an Bord. Neben der finanziellen Unterstützung baut und betreibt MAP AI-Rechenzentren mit modernen Nvidia-AI-Chips. Auf diese KI-Infrastruktur möchte auch plugilo aufsetzen sowie direkte Kontakte zu KI-Tech-Größen knüpfen.